Einsatzart Feuer im Gebäude
Einsatzort Sassenberger Straße, Warendorf
Alarmierung Montag, 25.07.2016, 14:21 Uhr
eingesetzte Kräfte
Einsatzbericht

Am Montag dem 25.07.2016, um 14:21 Uhr wurden die Löschzüge 1&2 Warendorf mit dem Einsatzstichwort „Feuer Gebäude 2“ zum nordrheinwestfälischen Landgestüt alarmiert. Bereits vom 14:23 Uhr ausgerückten Kdow konnte auf der Anfahrt eine starke Rauchentwicklung in Richtung des Landgestüts festgestellt werden. Durch das bekannte Objektumfeld wurde daher vor Eintreffen umgehend  das TLF 4000 vom Löschzug Freckenhorst und wenig später auch Zugalarm für den Löschzug Milte gefordert.

Bei Eintreffen um 14:25 Uhr konnte im Inneren und zum Teil bereits nach außen hin ein ersichtlicher Vollbrand einer Mehrzweckhalle neben den eigentlichen Stallungen des Landgestüts festgestellt werden.

Nach der Befragung der Gestütsmitarbeiter stellte sich zeitnah heraus, dass sich in der Mehrzweckhalle mit einer Maße von ca. 30x50m insgesamt 450 Tonnen Heu, Stroh sowie eine Hafermischanlage befindet. Tiere (Pferde) und Personen seien nicht im Gebäude. Einige Gestütsmitarbeiter versuchten bereits mit einem am Traktor angehängten Wasserfass das kurz vor dem Durchbrand und aus Holz bestehende Doppelschiebetor an der Südseite abzulöschen bzw. zu kühlen, um eine Gefahr der Ausbreitung zum gegenüberliegenden und ca.15m nahen Stallgebäude mit Pferden und ebenfalls auf dem Dachboden befindlichen Stroh- und Heuvorräten zu verhindern. Die im nördlichen und östlichen Gebäudeteil befindlichen Holzschiebetore waren ebenfalls kurz vor dem Durchbrand. An der östlichen Gebäudeseite standen einige PKW, die noch während der Erkundungsphase von den Eigentümern aus dem Gefahrenbereich gefahren werden konnten. Westlich, direkt am Gebäude und durch eine Brandwand abgetrennt, befand sich eine Reithalle mit einer Maße von 15x45m. In dieser Reithalle waren keine Tiere und Personen. Lediglich eine leichte Verrauchung im oberen Dachbereich zur Mehrzweckhalle war ersichtlich.

Ab 14:27 Uhr trafen im Minutentakt das 2-HLF20, die 2-DLK23, das 1-HLF20 und die 1-DLK23 ein. Das 2-HLF20 und die 2-DLK23 übernahmen nach kurzer Lageeinweisung die Riegelstellung über Wenderohr zwischen Reithalle und der betroffenen Mehrzweckhalle, sowie die Brandbekämpfung bzw. Kühlung mit C-Rohr in der Reithalle zur Brandwand. Das 1-HLF20 und die 1-DLK23 leiteten auf der östlichen Seite die Brandbekämpfung über Wenderohr und mit C-Rohren ein.

Um 14:36 Uhr wurde für den Löschzug Freckenhorst ebenfalls auf Zugalarm erhöht.

Der Löschzug Milte übernahm am nördlichen Gebäudeteil die Brandbekämpfung im Außenangriff.

Die Wasserversorgung konnte von zwei Unterflurhydranten, zwei Überflurhydranten auf dem Gestütsgelände sowie dem Löschteich direkt neben dem Brandobjekt umgehend sichergestellt werden. Der Löschzug Freckenhorst verblieb aufgrund der stabilen Wasserversorgung und der Lagedarstellung in Bereitstellung. Lediglich das 3-LF10 richtete zusammen mit dem 1-LF10 die Wasserentnahme am Löschteich ein. Der 3-ELW übernahm die Atemschutzüberwachung und die Atemschutzsammelstelle.

Die Einsatzstelle wurde vom Einsatzleiter BOI Gerd Tünte in zwei Abschnitte eingeteilt: Nördlicher und östlicher Gebäudeteil EA1 (Zugführer Christian Erpenbeck) und südlicher Gebäudeteil + Wasserentnahmestelle EA2 (Zugführer Thomas Steinhoff). Aufgrund des zu erwarteten großen Medieninteresses übernahm der Leiter der Feuerwehr Christof Amsbeck die Information und Pressearbeit.

Durch dieses Brandereignis erlitten drei Personen eine Rauchgasintoxikation und ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen an den Händen. Für die Versorgung und des Transportes der Patienten, sowie zum Eigenschutz waren insgesamt fünf Rettungswagen und ein Notarzt eingesetzt worden.

Durch die enorme Menge des in Ballen gepresste Heu und Stroh, und der Tatsache das auf dem Gestüt durch die Bebauung sowie die Lage in einem Wohngebiet keine Alternative zum kontrollierten Abbrand gegeben war, wurde das Brandgut  mit landwirtschaftlichen Großfahrzeugen auf eine bereits abgeernteten Ackerfläche in ca.3km Entfernung gebracht und durch weitere Kräfte der Feuerwehr vor Ort abgelöscht. Unterstützt wurden die Arbeiten von Baggern von Privatfirmen und des THW Münster Fachbereich Räumung.

Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das DRK Freckenhorst und die Ausleuchtung der Einsatzstelle das THW Warendorf/Ostbevern Fachbereich Licht.

Die Einsatzstelle konnte nach dem zeitintensiven Abräum.- und Nachlöscharbeiten am Dienstagabend um 23:52 Uhr und somit 33,5 Stunden nach Ausbruch des Feuers vorerst verlassen werden.

In den darauffolgenden Tagen mussten noch wieder aufflackernde Glutnester abgelöscht werden.

Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen ca.700.000 Euro. Der Brand wurde durch das abflämmen von Unkraut mit einem Profigerät in Stallnähe nach Ermittlungen der Polizei ausgelöst.

Die Glocke    Westfälische Nachrichten   
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Dienstag, 28. Juli 2026

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